Ein Familienhotel zu übergeben, ist kein Sprint, sondern ein strategischer Marathon. Dass dieses Thema mehr denn je bewegt, zeigte sich bereits im letzten Jahr. Aufgrund der überwältigenden Resonanz luden wir am 19. März 2026 erneut zum Austausch nach Bernau am Chiemsee ein. Gemeinsam mit unserem langjährigen Partner, dem DEHOGA Bayern, widmeten wir uns ab 12 Uhr mittags ein weiteres Mal der zentralen Frage: Wie gelingt ein erfolgreicher Generationswechsel in der Hotellerie?
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In einer inspirierenden und offenen Atmosphäre diskutierten Experten und Gastgeber darüber, wie der Staffelstab so weitergereicht wird, dass sowohl die „Senior-Chefs“ als auch die „Nachfolger“ mit einem sicheren Gefühl in die Zukunft blicken können.
Rechtssicherheit und die Wahl der richtigen Struktur
Besonders intensiv wurde über das rechtliche und steuerliche Fundament diskutiert, das Mathias Bender (Bietmann Rechtsanwälte Steuerberater) beleuchtete. Im Mittelpunkt standen hier die Vor- und Nachteile der verschiedenen Firmenformen: Was bedeutet der Wechsel von einem Einzelunternehmen zu einer Gesellschaft (wie einer GmbH oder GmbH & Co. KG) konkret für die Haftung und die Steuerlast? Hier lauern viele Stolperfallen, die es zu beachten gilt. Wer die eigene Struktur frühzeitig auf den Prüfstand stellt, kann teure Fehler vermeiden und den Betrieb rechtssicher in die nächste Generation führen.
Strategie: Wohin geht die Reise?
Parallel dazu brachte Annke Horn (HOGA Beratungs GmbH) die operative Strategie ins Spiel. Es ging nicht nur um Paragrafen, sondern um die Kernfrage: Wo soll das Hotel künftig stehen? In der quergemischten Runde wurde erörtert, wie eine Übergabe als Chance für eine strategische Neuausrichtung genutzt werden kann. Gemeinsam mit den Teilnehmern wurde diskutiert, wie das wertvolle Erfahrungswissen der Übergeber fließend an die Nachfolger weitergegeben wird, ohne dass der Schwung für neue, moderne Konzepte verloren geht.
Der emotionale Faktor: Dialog auf Augenhöhe
Den emotionalen Anker setzte schließlich Susanne Droux (Congast). Als Coach für Familienbetriebe weiß sie genau, dass die größten Hürden oft „zwischen den Zeilen“ liegen – in Form von Erwartungen, Ängsten oder alten Mustern. Sie plädierte für einen wertschätzenden Dialog auf Augenhöhe und machte Mut, auch die schwierigen, emotionalen Themen offen anzusprechen, damit das Miteinander im Betrieb langfristig funktioniert.
Ein lebendiger Austausch
Sicher durch die Veranstaltung und die vielen Fragen der Teilnehmer führte Juliane Jerin vom DEHOGA Bayern. Mit ihrem Gespür für die Branche und viel Fingerspitzengefühl schaffte sie den Rahmen für einen Austausch, der nicht nur theoretisch blieb, sondern echte Praxisnähe bot. Der ständige Dialog zwischen den Experten und dem Publikum sorgte dafür, dass die Themen quergemischt und lebensnah behandelt wurden.
Unser Fazit:
Der Generationswechsel ist weit mehr als ein formeller Vorgang. Er ist ein komplexer Prozess, der Zeit, Offenheit und professionelle Begleitung erfordert – aber auch eine wertvolle Chance für neue Impulse, Weiterentwicklung und nachhaltige Unternehmensführung bietet.
Wir bedanken uns herzlich bei unseren Referenten, bei allen Gästen sowie bei unseren Partnern vom Bayerischen Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA Bayern) und der Bayerischen Tourismusgesellschaft (BTG) für die enge Zusammenarbeit und die langjährige Partnerschaft.
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Wir freuen uns, wenn wir Sie auch beim nächsten Mal wieder bei uns in Bernau begrüßen dürfen.
